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Unternehmen Mitarbeiter Partnernetzwerk Referenzen Gesundheitswesen öffentliche Hand Industrie / Gewerbe Immobilien Fachartikel inpuncto 4/03 inpuncto Baublatt-FM extra KMU-Magazin Nr. 4, Mai 2007 Vereine
Teamprozess als Erfolgsfaktor im Hausdienst
Was macht ein erfolgreiches Team aus und welche Schritte führen zu diesem Erfolg? Um ein Team erfolgreich zu führen, braucht es neben einer guten Ausbildung noch mehr – es braucht das persönliche Engagement und den unverrückbaren Willen zum Erfolg. Matthias Köhn probiert aus seiner Erfahrung als Berater die wichtigsten Punkte dieses umfassenden Themas darzustellen.

Was unterscheidet den FC Thun vom FC Basel? Was unterscheidet eine motivierte, leistungsfähige Dienstleistungsequipe von einer durchschnittlichen? Was unterscheidet ihr Team von den anderen. Wieso fällt Erfolg so unterschiedlich aus? Wieso haben gewisse Teams (im Sport wie im Berufsalltag) mehr, wieso andere weniger Erfolg? Haben Sie sich solche Fragen auch schon einmal gestellt?
Der grosse FC Basel gegen den kleinen FC Thun. Goliath gegen David. Basel ist eine motivierte Mannschaft mit sehr guten und teuren Spielern, einem grossen Club mit entsprechender Infrastruktur und guter Finanzkraft. Thun dagegen ist ein kleiner Club mit einem x-fach kleinerem Budget, mit viel weniger Infrastruktur, aber einer noch viel höher motivierten Mannschaft, mit einem unglaublichen Teamgeist, das Berge versetzen kann. So war Thun während Wochen an erster Stelle in der Rangliste.
Aber was sollen all diese „sportlichen“ Fakten in diesem Artikel? Sie haben es sicher schon für sich selber festgestellt. Der Sport kann immer wieder sehr gut als Vergleich für viele andere Aktivitäten heran gezogen werden. Im Sport kristallisiert sich so mancher Grundsatz heraus, der im Berufsalltag häufig nicht so klar zu Tage tritt.
Grundsätzliche Gedanken
Im Inpuncto Nr 4/2003 haben wir uns sehr intensiv unter dem Thema „ Die Eigenreinigung läuft dem Fremdreiniger den Rang ab“ mit all den Facetten der Eigenreinigung und deren Optimierung auseinander gesetzt. Es wurden die Systematik, die Methodik und Organisation diskutiert und die Vorteile einer optimierten, eigenen Dienstleistungserbringung dargestellt. Es ging darum, zu zeigen, wie Dienstleistungen verbessert und mit Erfolg umgesetzt werden können.
Mit diesen angewandten Methoden konnten schon viele Dienstleistungsbereiche in Spitälern aber auch in Industrie und Verwaltung erfolgreich reorganisiert werden. Es sind also alles in der Praxis bewährte Methoden und Techniken.
Und trotzdem gibt es grosse Unterschiede. Keine Reorganisation gleicht der anderen. Bei vielen Teams erfolgte die Umsetzung leicht und in kurzer Zeit, bei anderen war die Prozedur schwierig und mit grossem Aufwand verbunden. Zudem war im zweiten Fall das Resultat meistens nicht so befriedigend, wie im ersten.
Woher kommen also die Unterschiede? Ein ganz entscheidender Punkt für den Erfolg sind natürlich die Menschen, die in den Teams arbeiten und die Personen, die diese Teams führen. Auch das weitere Umfeld der Unternehmung oder des Spitals spielt eine Rolle. Nicht die Me-thoden sind also in erster Linie ausschlaggebend, sondern die Personen in den Teams. Sei dies im Sport, in der Reinigung oder bei anderen Aktivitäten. Das Umfeld und das Äussere unterscheiden sich, der Teamprozess bleibt der gleiche.
Obwohl nicht so spektakulär wie im Sport, gelten auch im Berufsalltag die gleichen Grundregeln, die gleichen menschlichen Mechanismen, die nicht übergangen werden dürfen. Eigentlich ist das für die meisten von uns klar und logisch. Viel wurde schon darüber geschrieben und an Seminaren sowie Schulen gelehrt und trotzdem steht man immer wieder vor den gleichen Problemen.
Grundlagen für einen erfolgreichen Teamprozess
Wie sieht aber ein erfolgreiches Team aus? Was braucht es dazu?
1. Als erstes braucht es die Bereitschaft sich in ein Team zu integrieren. Wir leben in einer Welt, die vom Egoismus geprägt ist. Jeder schaut vor allem einmal für sich. Dabei ist es für eine Gruppe von Leuten, die das gleiche Ziel haben, wichtig, sich in ein Team einzuordnen, das Ego also hinten anzustellen. Wenn das gelingt und sich jeder mit seinen Talenten und Stärken einbringt, werden die Schwächen der anderen neutralisiert. Es braucht in jedem Team verschiedene Begabungen, die zusammen ein Ganzes bilden. So ist jeder abhängig von den Fähigkeiten der anderen.
2. Als weiteren, sehr wichtigen Punkt braucht es einen Grund, wieso man zusammen ist. In der Arbeitswelt geht es vordergründig vor allem ums Geld verdienen. Lassen Sie mich aber einen Schritt weiter gehen. Um erfolgreich zu sein, braucht es auch im beruflichen Umfeld, und das wird gerne übersehen, ein gemeinsames Ziel, eine Vision, einen Sinn für das gemeinsame Handeln. Ist dieses Ziel, diese Vision für alle verständlich, dann ist auch die Reini-gungsmannschaft, die Leute in der Wäscherei oder im Transportdienst bereit sich zu engagieren. Es geschieht Motivation, es wird Energie frei gesetzt. Wenn in der Gruppe alles passt, erzeugt der Teamprozess eine solche Einheit mit nicht messbarer Energie, die zur Vervielfachung ihrer Möglichkeiten führt. Es werden Grenzen gesprengt, die ein einzelner „Kämpfer“ nie erreichen kann. Ralph Krüger, der Coach der Eishockey Nationalmannschaft der Schweiz, schreibt in seinem Buch „Teamlife“: „Zehn Menschen, die optimal zusammenarbeiten, kön-nen die Energie von zwanzig und mehr Menschen, die alleine arbeiten, erzeugen. Anders ge-sagt, können zehn weniger talentierte Menschen über zehn super talentierte hinauswachsen, vorausgesetzt, sie bilden eine Einheit. Das ist Synergie.“
3. Und nun zum zentralen Punkt: Für ein erfolgreiches Team ist eine starke Führung unumgänglich, die diese Energien frei legt, richtig einsetzt und leiten kann. Um ein Team gut zu coachen, braucht es neben Engagement und Herzblut auch eine Vision. Man muss sich in diese Aufgabe investieren. Ohne dieses beherzte Vorangehen findet kein wirklicher Teamprozess statt. Dieser Prozess fängt im Kopf der Führungsperson an und muss in geeigneter Form an die Mannschaft weiter gegeben werden. Ohne den festen Willen, etwas zu erreichen, macht man keinen einzigen Schritt in eine positive Teambildung. Es stellt sich die Frage: Will ich oder will ich nicht? Will ich das Team erfolgreich werden lassen oder will ich nicht? Diese Entscheidung ist der erste Schritt und der massgebende Ausgangspunkt. Ohne diese Ent-scheidung ist alles Herzblut, jedes Engagement, jede Kraftanstrengung nur eine halbe Sache. Die Macht und Kraft, die wir durch unsere Willensentscheidung entwickeln, ist die Kraft, die das bewegt, was wir nicht für möglich gehalten haben.
Dazu noch ein weiterer Gedanke. Diese Entscheidung muss jeder für sich selber fällen, jeder und jede muss den Weg selber gehen. Auf diesem Weg gibt es nichts gratis und auch keine Abkürzungen. Oft stösst man dabei an seine Grenzen, aber um besser zu werden, braucht es diese Grenzerfahrungen. Es braucht Opfer und häufig ist es in unserer heutigen Zeit gerade das, vor dem man zurückschreckt, da es etwas kostet. Dafür kommt auf einem solchen Weg auch sehr viel zurück. Erfolg, Befriedigung, innere Ausgeglichenheit und vieles mehr.
Eine starke Führung
Im Gegensatz zum Sport, bei dem die meisten Akteure sich freiwillig und nach eigenem Wunsch in einem Team befinden und somit bereits schon eine Grundmotivation mitbringen, ist es bei den Mitarbeitenden im Hausdienst meistens ein gewisser Zwang die Arbeit auszuführen. Nicht die Lust an der Arbeit ist die Zielsetzung, sondern der Verdienst.
Trotzdem kann auch die Hausdienstequipe eine starke, erfolgreiche Mannschaft sein. Wie wir gesehen haben, ist dafür eine starke Führung dieser Teams eine wichtige Voraussetzung. Auch diese Personengruppen müssen motiviert und gefördert werden. Es braucht hier, wie bei anderen erfolgreichen Teams, eine starke Hand die führt. Jedem Mitglied dieses Teams müssen die Ziele in geeigneter Form bekannt gemacht werden, um sich damit identifizieren zu können. Schlussendlich müssen alle am gleichen Strick und natürlich in die gleiche Richtung ziehen.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für einen erfolgreichen Teamprozess:
- Der Wille etwas zu tun
- Der Gedanke
- Das Ziel
- Die Motivation
- Das Herzblut
- Die Grenzen
- Die Führung
- Die Integration in das Team
Praxisbeispiel
Was zeigt nun die Praxis. Aus der Sicht des Beraters sieht das Bild sehr unterschiedlich aus. Wir haben Teams angetroffen, die einen hervorragenden Teamspirit hatten und solche, die sich gegenseitig bekämpften. Alle Gruppen haben sich durch eine entsprechende Führung ausgewiesen. Auf der einen Seite steuerten dort starke Persönlichkeiten mit einem klaren Ziel, auf der anderen Seite waren es Führungspersonen, die eher ängstlich und von der Situation getrieben ihre Aufgaben ausführten. Meistens endete diese Haltung in Resignation und im Ausstieg aus dem Job.
Als eines der guten Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit ist das Hausdienst-Team der Privatklinik Bethanien zu erwähnen. Dieses Team ist von aussen betrachtet ein ganz normales Team, mit ganz normalen durchschnittlichen Mitarbeitenden, die täglich ihre Arbeit ver-richten. Eigentlich war es am Anfang des Reorganisationsprojektes eher ein schwieriges, verhaltenes Team, das mehr aus Einzelkämpfern, denn als kompakte Mannschaft bestand. Ein Gruppe von Mitarbeitenden, die durch zwei, drei Führungswechsel innerhalb weniger Jahre zum Teil führungslos agierte. Zwar hatte es ein, zwei starke Persönlichkeiten, die schon ein halbes Arbeitsleben in der Klinik angestellt sind, die durch ihre Erfahrung und schlechte Kommunikation das Team immer wieder unterliefen, um für sich einen Nutzen daraus zu ziehen.
Im Zusammenhang mit der Analyse wurde diese Problematik zusammen mit der Leiterin Hausdienst, Frau Lisak, thematisiert, die Problem beim Namen genannt und Überlegungen angestellt, wie die Zukunft dieser Mannschaft neu gestaltet werden könnte. Mit der Rückendeckung der Geschäftsleitung wurden die Ziele definiert, die Massnahmen festgehalten und in einen Projektplan gestellt.
Entscheidend dabei war aber nicht die Planung als solche, sondern der klare, unverrückbare Wille von Frau Lisak diesen Teambildungsprozess in die Hand zu nehmen und offen anzugehen. Dabei gab es einige heikle Momente. Besonders bei den starken Persönlichkeiten, die ihr eigenes Arbeitsumfeld über Jahre aufgebaut hatten, gab es teilweise ein heftiges Kräftemessen mit den entsprechenden Reaktionen. Der klare Wille der Leitung, verbunden mit dem definierten Ziel trug dazu bei, dass auch diese schwierigen Phasen gut abgeschlossen werden konnten, so dass ohne einen Abgang aus Teamgründen die Mannschaft geformt und motiviert werden konnte.
Die Entwicklung zu einem Winning team in Verbindung mit modernen Hilfsmitteln und einem guten Reinigungssystem verhalf dieser Hausdienst-Mannschaft die Reorganisation erfolgreich umzusetzen. Heute arbeitet sie äusserst effizient in einem anspruchsvollen Umfeld der Privatklinik.
Der klare Wille der Leitung, der immer wieder deutlich zu spüren war, das Opfer und Engagement hatten sich gelohnt. In diesem Prozess wurden Grenzen wahrgenommen, Grenzen, die die zum Erfolg führten. Mit viel Befriedigung kann Frau Lisak heute auf ein starkes Team zählen, das zwar noch weiter geformt werden muss aber auch schon viel erreicht hat. Eben ein Winning-team.
Es ist festzuhalten, dass es kein Winning-team für immer gibt. Auch das beste Team darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern muss weiter an seinem Erfolg arbeiten. Um den Level zu halten braucht es das gleiche Engagement, wie um dorthin zu kommen. Will man sich nochmals verbessern, braucht es einen entsprechend höheren Einsatz.
Vergleich Eigenleistung zu Fremdleistung
Wenn wir nun den immer wieder gemachten Vergleich zwischen der Eigen- und der Fremdreinigung einbeziehen, so haben wir gesagt, dass die Eigenreinigung mit den entsprechenden Systemen und Mitteln dem Fremdreiniger die Stirn bieten kann. Der Vergleich stimmt nur bedingt. Es braucht auf beiden Seiten die motivierte Mannschaft, die für ihre Teamarbeit alles hergibt. Auf der Seite des Fremdreinigers muss der Teamgedanke ebenfalls gelebt werden. Es gibt auch dort gute und schlechte Equipen. Dagegen kann ein zielgerichtetes Team Inhouse ohne Problem gegenüber dem Fremddienstleister bestehen und eine höchst effiziente Leistung erbringen. Entscheidend ist, wie die Führungsstruktur und das Umfeld aussehen. Es ist wie beim Sport nicht nur die Mannschaft selber, sondern das ganze Umfeld, das über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Zusammenfassend stellen wir nochmals fest, dass es für eine erfolgreiche Equipe neben einer guten Organisation, klaren Schnittstellen und Prozessen, verbunden mit modernen Hilfsmitteln, eine starke, zielorientierte Führung braucht. Der dadurch entstehende Teamprozess ist für den Erfolg verantwortlich. Ein gutes Team hat Erfolg, auch wenn die Hilfsmittel, Prozesse und das Umfeld schlecht sind. Ein schlechtes Team mit dem besten Umfeld hingegen ist zum Scheitern verurteilt, weil der nötige Teamspirit, der Wille etwas zu erreichen, fehlt. All das hier Gesagte und am Beispiel des Hausdienstes der Privatklinik Bethanien dargestellt, gilt natürlich für alle Teams, sei es im beruflichen Alltag, in der Familie, für Einzelpersonen oder eben für das sportliche Umfeld. Immer wieder sind wir als Personen gefordert uns für einen Weg zu entscheiden. Diese Entscheidung wird dann massgeblich den weiteren Weg prägen.
Über dieses umfassende Thema gäbe es noch viel zu schreiben. Wer sich intensiv mit dem Thema Team und Teamprozess beschäftigen will, dem sei das erwähnte Buch von Ralph Krüger, „Teamlife“, erschienen im Werd-Verlag wärmsten empfohlen.
Plattform:
inpuncto
Fachzeitschrift für Kaderpersonen, Spezialistinnen und Spezialisten
in Facility Management,
Hauswirtschaft und Gastronomie
Autor:


Matthias Köhn
dipl. oec. Betriebsökonom
dipl. Immobilien Ökonom NDS FH
Gretzenbach

Matthias Köhn arbeitete in verschiedenen Führungspositionen in nationalen und internationalen Dienstleistungsunternehmen. Seit 1998 arbeitete er in der Beratung (unter anderem bis März 2003 bei der Firma Arco Immobilien Management AG) für Facility Management und begleitete diverse Projekte im Bereich der Reorganisation und beim Entwickeln von EDV-Lösungen. Im Rahmen solcher Reorganisationen betreute er auch Mandate im Gesundheitswesen.
Firma
Matthias Köhn AG
Die Matthias Köhn AG, im November 2002 gegründet, ist ein national tätiges Management- und Beratungsunternehmen mit folgenden Tätigkeitsgebieten:
Immobilien Consulting
Unternehmensberatung
Beratung für NPO

Die Matthias Köhn AG unterstützt Unternehmen und NPOs bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Visionen, Ziele, Strategien und den dazugehörenden Massnahmen. Diese Organisationen stehen immer wieder vor der Herausforderung, neue Lösungen zu finden und umzusetzen. Die eigenen Ideen und Ziele müssen in Einklang mit den Kundenansprüchen und den Wettbewerbsbedingungen gebracht werden. Für solche neue Wege und Teilschritte ist eine ganzheitliche Betrachtung notwendig, d.h. die verschiedenen betrieblichen Funktionen müssen auf ihre Wirkungszusammenhänge betrachtet werden und in ein Gleichgewicht gebracht werden.
Wir arbeiten kundenorientiert und entwickeln mit diesen zusammen massgeschneiderte Lösungen. Bei deren Umsetzung legen wir grossen Wert auf die Unterstützung und Begleitung.
Weitere Informationen:
Matthias Köhn AG
Im Biel 9
CH-5014 Gretzenbach
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Mobile +41 79 415 87 66
E-Mail matthias@matthiaskoehn.ch
Internet www.matthiaskoehn.ch
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